Da Sie nun eine gewisse Vorstellung davon haben, was es bedeutet, Jazz zu spielen, sollten Sie ein viel kritischeres Ohr haben. Sie werden allein mit technischen Mitteln kaum zu beeindrucken sein und können auf melodische, harmonische und rhythmische Feinheiten achten. Wenn die Musik Sie trotzdem emotional erreicht, sollten Sie sich andererseits keine Sorgen darüber machen, daß sie bei näherer Untersuchung nicht besonders aufregend erscheint. Lassen Sie sich in Ihrer Reaktion auf einer emotionalen Ebene nicht durch Ihre Analyse der theoretischen Aspekte der Musik stören. Das theoretische Wissen sollte ein Werkzeug sein, das Ihnen dabei hilft, Musik zu verstehen, die Sie sonst vielleicht nicht zu schätzen gewußt hätten; es sollte Sie nicht davon abhalten, die Musik zu genießen.
Als Vortragender können Sie nun, da Sie eine Vorstellung davon haben, was man von einem Jazz-Musiker erwartet, den Großen zuhören und von ihnen lernen. Sie können sich die frühen Trios von Bill Evans als Beispiele für das Zusammenspiel innerhalb einer Rhythmusgruppe anhören und versuchen, so "große Ohren" wie ihre zu entwickeln. Sie können sich Thelonious Monk anhören und die Art analysieren, wie er Dissonanz und Synkopation benutzte, und sehen, ob Sie dieselben Effekte erzielen können. Sie können sich die emotionalen Ausbrüche von John Coltrane oder Cecil Taylor anhören und Ihre Vorstellung davon, sich selbst direkt auszudrücken, erweitern.
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