A Jazz Improvisation Primer

von Marc Sabatella

© Copyright 1992-2000 Outside Shore Music

Übersetzung: Edgar Lins (letzte Änderung 19.1.2005)


Bebop

Die Geburt des Bebop in den 1940ern wird oft als der Beginn des modernen Jazz bezeichnet. Dieser Stil erwuchs direkt aus den kleinen Swing-Gruppen, legte aber viel mehr Gewicht auf die Technik und komplexere Harmonien als auf singbare Melodien. Ein großer Teil der später besprochenen Theorie läßt sich direkt auf die Innovationen dieses Stils zurückführen. Der Altsaxophonist Charlie "Bird" Parker war der Vater dieser Bewegung, und der Trompeter Dizzy Gillespie ("Diz") war sein hauptsächlicher Weggefährte. Dizzy leitete auch eine Big Band und half durch seine Arbeit mit kubanischen Perkussionisten die afro-kubanische Musik, einschließlich solcher Rhythmen wie Mambo, beim amerikanischen Publikum einzuführen. Es waren aber die Aufnahmen des Quintetts und anderer kleiner Gruppen mit Diz und Bird, die die Grundlage für Bebop und den größten Teil des modernen Jazz bildeten.

Während, wie bei den vorherigen Stilen, oft Blues- und populäre Lieder der Zeit - u.a. Lieder von George Gershwin und Cole Porter - benutzt wurden, begannen die originalen Kompositionen der Bebop-Spieler zum ersten Mal, sich von der populären Musik wegzubewegen, insbesondere war Bebop nicht als Tanzmusik gedacht. Die Kompositionen sind üblicherweise durch schnelle Tempi und schwierige Läufe aus Achtelnoten gekennzeichnet. Viele der Bebop-Standards basieren auf den Akkordprogressionen anderer populärer Lieder, wie z.B. "I Got Rhythm", "Cherokee" oder "How High The Moon". Die Improvisationen basierten auf Tonleitern, die durch diese Akkorde impliziert werden, und die Tonleitern benutzten zugehörige Alterationen wie z.B. die verminderte Quinte.

Die Entwicklung des Bebop führte zu neuen Herangehensweisen, sowohl an die Begleitung als auch an das Solospiel. Die Schlagzeuger begannen, weniger Gewicht auf die Baßtrommel zu legen und mehr auf das Becken und das High-Hat. Die Bassisten wurden für das Aufrechterhalten des Pulses verantwortlich und spielten fast ausschließlich eine Walking-Bass-Linie, die hauptsächlich aus Viertelnoten bestand, während sie die Akkordprogression umschrieben. Die Pianisten waren in der Lage, einen leichteren Anschlag zu benutzen, insbesondere war ihre linke Hand nicht mehr gezwungen, den Schlag zu definieren oder den Grundton der Akkorde zu spielen. Außerdem verbreitete sich die moderne Jazz-Standard-Form allgemein. Die Musiker spielten die Melodie eines Stücks (Kopf), oftmals unisono, dann spielten sie abwechselnd Soli, die auf der Akkordprogression des Stücks basierten, und schließlich wieder den Kopf. Die Technik der Trading Fours, bei der die Solisten untereinander oder mit dem Schlagzeuger aus vier Takten bestehende Phrasen austauschen, wurde ebenfalls zu etwas alltäglichem. Die Quartett- oder Quintett-Formation (Klavier, Baß, Schlagzeug, Saxophon und/oder Trompete), die im Bebop üblicherweise benutzt wurde, hat sich seit den 1940ern sehr wenig verändert.

Viele der Spieler aus der vorangegangenen Generation waren Wegbereiter für den Bebop. Diese Musiker waren u.a. Lester Young, Coleman Hawkins, Roy Eldridge, Charlie Christian, Jimmy Blanton und Jo Jones. Insbesondere Young und Hawkins werden oft als zwei der dafür wichtigsten Musiker bezeichnet. Weitere bedeutende Vertreter des Bebop sind u.a. die Saxophonisten Sonny Stitt und Lucky Thompson, die Trompeter Fats Navarro, Kenny Dorham und Miles Davis, die Pianisten Bud Powell, Duke Jordan, Al Haig und Thelonious Monk, der Vibraphonist Milt Jackson, die Bassisten Oscar Pettiford, Tommy Potter und Charles Mingus und die Schlagzeuger Max Roach, Kenny Clarke und Roy Haynes. Miles, Monk und Mingus machten in der Nach-Bebop-Ära weitere Fortschritte und ihre Musik wird im folgenden besprochen.


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