Die beste verfügbare Jazz-Discographie, die ich kenne, ist der Penguin Guide To Jazz On Compact Disc, der Aufstellungen und Besprechungen von praktisch allen Jazz-Alben enthält, die in den frühen 1990ern veröffentlicht wurden. Das Buch wurde in Großbritannien herausgegeben, und die Beurteilungen bevorzugen zwar ein wenig die europäische Avantgarde, aber es ist immer noch die vollständigste, genaueste und allgemein nützlichste Discographie aller Arten des Jazz, die der Allgemeinheit zugänglich ist.
Die folgende Discographie ist dazu gedacht, die Besprechung der Geschichte zu ergänzen. Viele der dort genannten Künstler und Alben sind hier jeweils mit einer kurzen Beschreibung aufgeführt. Die aufgeführten Alben stammen aus meiner persönlichen Sammlung und sind ungefähr chronologisch und nach Stilen geordnet. Ich habe versucht, hauptsächlich Alben zu berücksichtigen, von denen ich weiß, daß sie leicht zu beschaffen sind, besonders jene, die auf CD erneut herausgegeben wurden.
Ich ermutige Sie, sich jedes Album zu besorgen, das in diesem Text mehr als einmal erwähnt wird. Diese Alben sind z.B. Miles Davis' Kind Of Blue und John Coltranes Giant Steps. Diese beiden Alben verdeutlichen viele der Ideen und Techniken, die in diesem Text besprochen werden, und zählen zu den wichtigsten Jazz-Alben aller Zeiten.
Um diese klassischen Alben zu ergänzen, sollten Sie an einige Aufnahmen von weiteren Musikern in der "Top Ten List" denken. Die meisten von Louis Armstrongs wichtigen Aufnahmen wurden vor dem Aufkommen der LP hergestellt, so daß alle heute erhältlichen Alben wahrscheinlich Zusammenstellungen sind. Suchen Sie nach etwas, das Aufnahmen aus den 1920ern mit den Hot Five oder den Hot Seven enthält. Duke Ellington leitete eine der größten Big Bands, die es je gab, machte aber auch viele Aufnahmen im Rahmen von kleineren Gruppen. Suchen Sie nach Aufnahmen mit Cootie Williams, Johnny Hodges, Ben Webster oder Jimmy Blanton. Billie Holidays Stimme entwickelte und veränderte sich im Laufe ihrer Karriere; vielleicht nehmen Sie etwas aus der früheren und etwas aus der späteren Zeit ihres Lebens. Charlie Parkers größte und einflußreichste Aufnahmen waren die als Leiter eines Quartetts oder Quintetts; es gibt hunderte von Zusammenstellungen aus denen Sie wählen können.
Art Blakey war der erste Musiker dieser Auflistung, der ausgiebig im LP-Format aufnahm. Jedes Album der Jazz Messengers der späten 1950er oder frühen 1960er, wie Moanin' oder Ugetsu, ist eine gute Wahl. Das wesentlichste Album von Charles Mingus ist Charles Mingus Presents Charles Mingus mit Eric Dolphy. Für Thelonious Monk sind die Zusammenstellungen auf Blue Note ausgezeichnet, sowie Alben aus den 1950ern und 1960ern, wie Brilliant Corners und Monk's Dream. Versuchen Sie es für Ornette Coleman mit einem der frühen Quartett-Alben, wie The Shape Of Jazz To Come, und wenn Sie etwas mutiger sind Free Jazz. Ornette leitete auch eine Fusion-orientierte Gruppe mit dem Namen Prime Time; vielleicht nehmen Sie auch ein paar von ihren Alben.
Miles Davis kann allein durch Kind Of Blue kaum hinreichend dargestellt werden; Sie sollten zumindest auch Aufnahmen wie The Birth Of The Cool, Miles Smiles, Sketches Of Spain und Bitches Brew einbeziehen, da sie sehr verschiedene Perioden seiner Karriere repräsentieren und alle innovativ sind. Genauso wird John Coltrane durch Giant Steps nicht genügend charakterisiert; Sie sollten dieses Album mit etwas des klassischen Quartetts ergänzen, wie z.B. A Love Supreme, und wenn Sie etwas abenteuerlustiger sind, eines der späteren Alben, wie Ascension.
Louis Armstrong, The Louis Armstrong Story, Columbia. Verschiedene Alben, sowohl Aufnahmen mit den Hot Five und den Hot Seven, als auch Aufnahmen mit Earl Hines und anderen.
Art Tatum, The Complete Capitol Recordings, Capitol. Solo- und Trio-Aufnahmen.
Bix Beiderbecke, Bix Beiderbecke, Columbia. Mehrere Alben, u.a. Aufnahmen mit verschiedenen Big-Bands.
Duke Ellington, Duke Ellington, Laserlight. Ein Sampler mit Aufnahmen von den 1930ern bis zu den 1960ern, mit Johnny Hodges, Cootie Williams, Ben Webster und Paul Gonsalves.
Errol Garner, Concert By The Sea, Columbia. Das war für lange Zeit das am meisten verkaufte Jazz-Album.
Charlie Parker, Bebop & Bird, Hipsville/Rhino. Verschiedene Alben, u.a. Sessions mit Bud Powell, Fats Navarro, Miles Davis, J. J. Johnson, Art Blakey und Max Roach.
Charlie Parker, The Quintet, Debut/OJC. Ein berühmtes Live-Konzert mit Dizzy Gillespie, Bud Powell, Charles Mingus und Max Roach.
Bud Powell, The Amazing Bud Powell, Blue Note. Aufnahmen mit Trios und kleinen Gruppen mit Fats Navarro und Sonny Rollins.
Thelonious Monk, The Best Of Thelonious Monk, Blue Note. Frühe Bop-artige Aufnahmen.
Miles Davis, The Complete Birth Of The Cool, Capitol. Aus neun Musikern bestehende Gruppe mit Lee Konitz, J. J. Johnson, Gerry Mulligan und John Lewis.
Lennie Tristano, Wow, Jazz. Ein Sextett mit Lee Konitz und Warne Marsh.
Dave Brubeck, Time Out, Columbia. Mit Paul Desmond und Take Five.
Art Blakey And The Jazz Messengers, A Night At Birdland, Blue Note. Mit Horace Silver und Clifford Brown.
Art Blakey And The Jazz Messengers, Moanin', Blue Note. Mit Lee Morgan und Bobby Timmons.
Art Blakey And The Jazz Messengers, Ugetsu, Milestone. Mit Wayne Shorter, Freddie Hubbard und Curtis Fuller.
Clifford Brown, Study In Brown, EmArcy. Das Quintett mit Max Roach.
Horace Silver, The Best Of Horace Silver, Applause Mehrere seine bekanntesten Kompositionen.
Miles Davis, Walkin', Prestige. Eines von Miles' beliebtesten Alben; Hard-Bop mit J. J. Johnson und Horace Silver.
Lee Morgan, The Sidewinder, Blue Note. Hard-Bop.
Miles Davis, Workin' With The Miles Davis Quintet, Prestige. Das erste große Quintett mit John Coltrane, Red Garland, Paul Chambers und Philly Joe Jones.
Miles Davis, Kind Of Blue, Columbia. Das typisch modale Album mit John Coltrane, Cannonball Adderly, Bill Evans und Wynton Kelly.
Miles Davis, Complete Concert 1964, Columbia. Der Vorläufer des zweiten großen Quintetts - mit George Coleman, Herbie Hancock, Ron Carter und Tony Williams -, das Standards spielt.
Miles Davis, Miles Smiles, Columbia. Das zweite große Quintett, mit Wayne Shorter, auf seinem Höhepunkt.
Miles Davis, Sketches Of Spain, Columbia. Mit dem Gil Evans Orchestra.
John Coltrane, Soul Trane, Prestige. Ein beliebtes von Coltranes frühen Alben, mit Red Garland und Philly Jo Jones.
John Coltrane, Giant Steps, Atlantic. Das Album, das Coltrane zu einem der wichtigsten Improvisatoren seiner Zeit machte.
John Coltrane, My Favorite Things, Atlantic. Der Vorläufer seines langjährigen Quartetts mit McCoy Tyner und Elvin Jones.
John Coltrane, A Love Supreme, Impulse. Die modale Krönung des Quartetts.
Charles Mingus, Charles Mingus Presents Charles Mingus, Candid. Das klassische Album mit Eric Dolphy.
Charles Mingus, Mingus Ah Um, Columbia. Enthält seine bekanntesten Kompositionen.
Charles Mingus, Let My Children Hear Music, Columbia. Angeblich Mingus' Lieblingsalbum, soweit es seine eigenen betrifft; die Musik ist für ein großes Ensemble arrangiert.
Thelonious Monk, Monk's Music, Riverside. Mit John Coltrane, Coleman Hawkins und anderen.
Thelonious Monk, Monk's Dream, Columbia. Sein langjähriges Quartett mit Charlie Rouse.
Bill Evans, Sunday At The Village Vanguard, Waltz For Debby, Riverside. Als Set erhältlich; eine Live-Aufnahme des Trios mit Scott LaFaro und Paul Motian.
Wes Montgomery, Full House, Riverside. Eine frühe Hard-Bop-artige Aufnahme.
Sonny Rollins, Saxophone Colossus, Prestige. Eines seiner populärsten Alben.
Sonny Rollins, The Bridge, RCA. Mit Jim Hall.
Chick Corea, Inner Space, Atlantic. Ein Album hauptsächlich mit geradlinigem Jazz mit Woody Shaw.
Herbie Hancock, Maiden Voyage, Blue Note. Modale, nichttonale und Avantgarde-Kompositionen mit Freddie Hubbard, Ron Carter und Tony Williams.
Wayne Shorter, Speak No Evil, Blue Note. Einige seiner besten Kompositionen, mit Freddie Hubbard und Herbie Hancock.
VSOP, The Quintet, Columbia. Live-Aufnahme mit Freddie Hubbard, Wayne Shorter, Herbie Hancock, Ron Carter und Tony Williams.
Eric Dolphy, Eric Dolphy At The Five Spot, Prestige. Mit Booker Little und Mal Waldron.
Eric Dolphy, Out To Lunch, Blue Note. Einflußreiche Avantgarde-Aufnahme.
Andrew Hill, Point Of Departure, Blue Note. Mit Eric Dolphy und Joe Henderson.
Max Roach, The Max Roach Trio Featuring The Legendary Hassan, Atlantic. Hassan Ibn Ali ist ein wenig bekannter Pianist, der Aspekte von Thelonious Monk, Cecil Taylor und Don Pullen kombiniert; das ist seine einzige bekannte Aufnahme und sehr empfehlenswert.
Ornette Coleman, The Shape Of Jazz To Come, Atlantic. Eines seiner besten Freebop-Quartett-Alben.
Ornette Coleman, Free Jazz, Atlantic. Eine kollektive freie Improvisation mit Don Cherry, Freddie Hubbard und Eric Dolphy.
John Coltrane, New Thing At Newport, Impulse. Live-Konzert; die Hälfte dieses Albums ist vom Archie Shepp Quartett.
John Coltrane, Interstellar Space, Impulse. Freie Duette mit Rashied Ali.
John Coltrane, Ascension, Impulse. Freie Improvisation mit großem Ensemble.
Albert Ayler, Witches & Devils, Freedom. Avantgarde.
Pharoah Sanders, Live, Theresa. Im Stil ähnlich wie Coltranes A Love Supreme aber freier.
Cecil Taylor, Jazz Advance, Blue Note. Relativ geradlinige Musik, mit einigen Standards, aber mit Taylors Sinn für harmonische Freiheit.
Cecil Taylor, For Olim, Soul Note. Freies Solo-Piano.
Cecil Taylor, Spring Of Two Blue J's, Unit Core. Freie Gruppenimprovisation.
Sun Ra, Out There A Minute, Restless/BlastFirst. Avantgarde Big-Band.
Miles Davis, Bitches Brew, Columbia. Früher, relativ freier Fusion mit Chick Corea, Joe Zawinul und John McLaughlin.
Mahavishnu Orchestra, Inner Mounting Flame, Columbia. Heavy Fusion, Rock-orientiert, mit John McLaughlin.
Tony Williams' Lifetime, Emergency, Polydor. Heavy Fusion, Rock-orientiert, mit John McLaughlin.
Herbie Hancock, Headhunters, Columbia. Funk-orientierter Fusion.
Weather Report, Heavy Weather, Columbia. Pop-orientierter Fusion mit Wayne Shorter, Joe Zawinul und Jaco Pastorius.
Chick Corea and Return To Forever, Light As A Feather, Polydor. Latin-orientierter Fusion mit Stanley Clarke und der Sängerin Flora Purim.
Pat Metheny, Bright Size Life, ECM. Esoterischer Fusion mit Jaco Pastorius.
Steps Ahead, Modern Times, Elektra Musician. Knapper, moderner Fusion mit Michael Brecker.
Miles Davis, You're Under Arrest, Columbia. Moderner Fusion, ziemlich funky.
Ornette Coleman and Prime Time, Virgin Beauty, Portrait. Freier, moderner Fusion.
Art Ensemble Of Chicago, Nice Guys, ECM. Postmoderner Jazz, World Music und Freebop mit Lester Bowie und Roscoe Mitchell.
World Saxophone Quartet, Dances And Ballads, Elektra Nonesuch. A capella (unbegleitetes) Saxophon-Quartett mit David Murray.
David Murray, New Life, Black Saint. Oktett mit Hugh Ragin an der Trompete.
Anthony Braxton, Composition 98, hat ART. Eine postmoderne Suite mit Marilyn Crispell, Hugh Ragin und Ray Anderson.
John Carter, Castles Of Ghana, Gramavision. Eine Suite postmoderner Kompositionen.
Willem Breuker, Bob's Gallery, BVHaast. Avantgarde Big-Band.
Don Pullen / George Adams Quartet, Don't Lose Control, Soul Note. Blues-orientierter, postmoderner Jazz.
Improvised Music New York 1981, MU. Energy Music mit Derek Bailey, Sonny Sharrock, Fred Frith und John Zorn.
Oregon, 45th Parallel, Portrait. New-Age-Pioniere.
Paul Bley, Floater, Savoy. Harmonisch freies Trio mit Kompositionen von Paul und Carla Bley, sowie von Ornette Coleman.
Abdullah Ibrahim, African Dawn, Enja. Solo-Piano mit südafrikanischen Einflüssen.
Keith Jarrett, Mysteries, Impulse. Quartett mit Dewey Redman; relativ freier Post-Bob mit Einflüssen der World Music.
Wynton Marsalis, Think Of One, Columbia. Abenteuerlustiges, neoklassisches Quintett mit Branford Marsalis, Kenny Kirkland und Jeff Watts.
Wynton Marsalis, Marsalis Standard Time, Columbia . Standards mit rhythmischen Wendungen mit Marcus Roberts.
Branford Marsalis, Crazy People Music, Columbia. Abenteuerlustiges, neoklassisches Quartett mit Kenny Kirkland und Jeff Watts.
Steve Coleman, Motherland Pulse, JMT. Akustischer M-Base.
Steve Coleman, Drop Kick, Novus. Elektrischer M-Base.
Gary Thomas, The Kold Kage, JMT. Elektrischer M-Base.
Cassandra Wilson, Jump World, JMT. Vokaler und elektronischer M-Base mit Steve Coleman, Gary Thomas und Greg Osby.
Dave Holland, Extensions, ECM. Hauptsächlich akustisches, modernes Quartett mit Steve Coleman, Kevin Eubanks und Marvin "Smitty" Smith.
Tim Berne, Pace Yourself, JMT. Frenetischer, postmoderner Jazz.
Michael Brecker, Michael Brecker, Impulse. Moderner, akustischer und elektronischer Post-Bop.
Charlie Haden, Paul Motian, Geri Allen, Etudes, Soul Note. Moderner, akustischer Post-Bop.
Steve Lacy, Live At Sweet Basil, Novus. Moderner, akustischer Post-Bop.
Phil Woods, Heaven, Blackhawk. Post-Bop mit Tom Harrell.
Gonzalo Rubalcaba, Discovery, Blue Note. Post-Bop mit kubanischen Einflüssen.
Don Byron, Tuskegee Experiments, Elektra Nonesuch. Postmoderner Post-Bop.
Don Pullen, Kele Mou Bana, Blue Note. Postmodern mit Einflüssen aus World Music und Blues.
David Murray, Shakill's Warrior, DIW. Postmoderner Blues mit Don Pullen an der Orgel.
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